Silber (Ag) vor blauem Hintergrund

Silber zur Trinkwasseraufbereitung – was heute gilt

Silber zur Trinkwasseraufbereitung: Was heute in Deutschland gilt

Produkte mit Silber, Silberionen oder Silberverbindungen wurden über viele Jahre zur Konservierung von gespeichertem Trinkwasser angeboten. Besonders bekannt sind Anwendungen in Wassertanks von Wohnmobilen, Booten und anderen mobilen Systemen.

Entscheidend ist heute eine klare Abgrenzung: Auf dieser Seite geht es ausschließlich um Silberstoffe und Silberprodukte, die zur Aufbereitung, Konservierung oder Desinfektion von Trinkwasser vorgesehen sind. Nicht gemeint sind beliebige Bauteile, Werkstoffe oder Gegenstände, die lediglich Silber enthalten.

Zur Trinkwasseraufbereitung nicht erlaubt

Silber und Silberchlorid werden in der aktuellen Liste der zulässigen Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren nach § 20 TrinkwV nicht als Aufbereitungsstoffe für Trinkwasser geführt. Für die Trinkwasseraufbereitung im Anwendungsbereich der TrinkwV ist ihr regulärer Einsatz daher nicht erlaubt.

Früher begrenzt gelistet

In älteren Fassungen der damaligen §-11-Liste waren Silber und Silberchlorid noch für die Konservierung gespeicherten Wassers in eng begrenzten Fällen aufgeführt.

Silberfreie Alternative

Die membraclean Trinkwasserprodukte arbeiten ohne Silber und ohne Silberionen. Unsere Produktlinie setzt für die vorgesehene Trinkwasseranwendung auf Aktivchlor, freigesetzt aus Hypochlorsäure.

Was bedeutet „nicht mehr erlaubt“ konkret?

Die aktuelle Trinkwasserverordnung ist an dieser Stelle eindeutig aufgebaut: Nach § 19 Absatz 3 dürfen bei der Aufbereitung von Rohwasser oder Trinkwasser nur solche Aufbereitungsstoffe eingesetzt und nur solche Desinfektionsverfahren angewendet werden, die in der vom Umweltbundesamt nach § 20 geführten Liste enthalten sind.

Silber und Silberchlorid sind in der aktuellen §-20-Liste für die Trinkwasseraufbereitung nicht aufgeführt. Für den Anwendungsbereich der Trinkwasserverordnung dürfen Silberstoffe, die zur Aufbereitung oder Konservierung von Trinkwasser vorgesehen sind, daher nicht als reguläre Aufbereitungsstoffe eingesetzt werden. Gesetzlich vorgesehene, ausdrücklich genehmigte Ausnahmefälle nach § 21 TrinkwV bleiben davon unberührt.

Wichtig zur Einordnung: Wir sprechen hier nicht pauschal über „Silber“ als Material. Die Aussage bezieht sich auf Silber bzw. Silberverbindungen, wenn sie dem Trinkwasser zur Aufbereitung, Konservierung oder Desinfektion zugesetzt oder dafür bestimmungsgemäß eingesetzt werden sollen.

Wie kam es zu dieser Änderung?

Historisch war die Situation anders. In der 18. Bekanntmachung der damaligen Liste nach § 11 Trinkwasserverordnung, Stand Oktober 2015, waren Silber und Silberchlorid noch aufgeführt. Der Verwendungszweck war bereits damals stark eingeschränkt: Es ging um die Konservierung von gespeichertem Wasser in bestimmten Wasserversorgungsanlagen und nur um einen nicht-systematischen Gebrauch im Ausnahmefall.

Mit der späteren Fortschreibung der Liste entfiel diese Eintragung. In der heute maßgeblichen §-20-Liste sind Silber und Silberchlorid für diesen Zweck nicht mehr enthalten. Für eine aktuelle Beurteilung ist deshalb nicht ein historischer Grenzwert entscheidend, sondern die Frage, ob der Stoff für den konkreten Aufbereitungszweck heute in der gültigen Liste zugelassen ist.

Konservierung und Desinfektion sind nicht dasselbe

Ein häufiger Grund für Missverständnisse ist, dass „Wasser haltbar machen“, „Keimwachstum hemmen“ und „Trinkwasser desinfizieren“ sprachlich oft gleichgesetzt werden. Fachlich sind das unterschiedliche Ziele.

  • Konservierung soll vor allem verhindern oder verlangsamen, dass sich Mikroorganismen während der Lagerung vermehren.
  • Desinfektion verfolgt das Ziel, eine vorhandene mikrobiologische Belastung zuverlässig zu reduzieren.
  • Trinkwasseraufbereitung ist der übergeordnete rechtliche und technische Rahmen, in dem nur die dafür zulässigen Stoffe und Verfahren eingesetzt werden dürfen.

Gerade bei Tanksystemen ist zusätzlich wichtig, das Wasser nicht isoliert zu betrachten. Tankwände, Schläuche, Leitungen, Armaturen, Stagnation und vorhandener Biofilm beeinflussen die Hygiene des gesamten Systems.

Was sagt die WHO zu Silber als Trinkwasser-Desinfektionsmittel?

Auch unabhängig vom deutschen Trinkwasserrecht bewertet die Weltgesundheitsorganisation Silber als primäres Desinfektionsmittel zurückhaltend. In ihrem Fachbericht zu alternativen Trinkwasserdesinfektionsmitteln kommt die WHO zu dem Ergebnis, dass Silber aufgrund von Daten- und Leistungslücken derzeit nicht als primäres Desinfektionsmittel für Trinkwasserversorgungen empfohlen wird.

Die WHO weist unter anderem darauf hin, dass die Wirksamkeit stark von Silberform, Konzentration, Wasserbeschaffenheit, Mikroorganismus und Kontaktzeit abhängt. Für verschiedene Mikroorganismengruppen ist die Datenlage deutlich schwächer als für etablierte Desinfektionsverfahren.

Warum membraclean bei Trinkwasser ohne Silber arbeitet

Unsere Trinkwasserprodukte enthalten kein Silber, keine Silberionen und kein Silbernitrat. Für die vorgesehenen Anwendungen nutzen wir Aktivchlor, freigesetzt aus Hypochlorsäure. Dabei orientieren wir uns an den jeweils geltenden Anforderungen an Aufbereitungsstoffe, Anwendung und Dosierung.

Für uns ist dabei nicht entscheidend, Silberprodukte pauschal abzuwerten. Entscheidend ist, für Trinkwasser nur Wirkstoffe und Anwendungen einzusetzen, die für den jeweiligen Zweck rechtlich vorgesehen und fachlich sinnvoll sind.

Was ist bei Wohnmobil, Camper und Boot besonders wichtig?

Ein mobiler Trinkwassertank ist kein abgeschlossenes Gefäß, das nur gelegentlich nachgefüllt wird. Zum Wassersystem gehören auch Einfüllbereich, Pumpen, Schläuche, Leitungen und Armaturen. Über längere Standzeiten können sich die hygienischen Bedingungen im gesamten System verändern.

Deshalb ist eine gute Trinkwasserhygiene mehr als die Zugabe eines Konservierungsmittels. Regelmäßiger Wasseraustausch, saubere Befüllung, geeignete Materialien sowie eine bedarfsgerechte Reinigung und Desinfektion gehören zusammen.

Weiterführende Informationen bei membraclean

Eine weitere, eigenständig aufgebaute fachliche Einordnung findest du außerdem auf membraclean.de: Silber im Trinkwassertank.

Quellen und weiterführende Fachinformationen

Die Seite stützt sich insbesondere auf die aktuelle Trinkwasserverordnung, die vom Umweltbundesamt geführte Liste der zulässigen Aufbereitungsstoffe und Desinfektionsverfahren sowie Fachinformationen der Weltgesundheitsorganisation. Es wurden keine wörtlichen Zitate verwendet.

Redaktionell und fachlich geprüft: QND Vertriebs GmbH · Stand: Oktober 2026. Rechtliche Regelungen und Zulassungslisten können sich ändern; für die aktuelle Rechtslage sind die jeweils geltenden amtlichen Veröffentlichungen maßgeblich.

Welche Produktlinie passt zur Wasseranlage?

Für „Silber zur Trinkwasseraufbereitung – was heute gilt“ kannst du membraclean TD 5 Liter (bei geeigneter Dosieranlage) und Leitungs- und Tankdesinfektion 1 Liter (für gezielte Systembehandlung) vergleichen. Dauerbetrieb, einmalige Systembehandlung und die Eignung der jeweiligen Trinkwasseranlage sind unterschiedliche Fragen. Eine Empfehlung hängt von Anlagentyp, Wasserqualität und Produktkennzeichnung ab.

Prüfe die Anwendungshinweise oder frage bei Unklarheiten über Kontakt nach.

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